Der Frühling ist die Zeit der Erneuerung und des Neuanfangs… aber auch eine Phase mit erhöhtem Risiko für verschiedene Beschwerden bei Pferden. Temperaturwechsel, feuchter Boden, die ersten Weidegänge und Wetterumschwünge können die Gesundheit des Pferdes beeinflussen. Erfahren Sie, worauf Sie besonders achten sollten.

🌱 1. Hufrehe – eine gefährliche Hufkrankheit
Was ist das?
Entzündung des Hufbeins – kann zu dauerhaften Hufschäden und Lahmheit führen.
Warum im Frühling?
Plötzliche Futterumstellung – besonders zu schnelles Einführen von frischem Gras – ist einer der Haupt-Risikofaktoren.
Symptome:
✓Lahmheit, besonders der Vorderbeine
✓Das Pferd entlastet die betroffenen Gliedmaßen, steht in einer ungewöhnlichen „abgestützten“ Haltung
✓Die Hufe sind warm bei Berührung, pulsierend an der Kronrandregion
✓Bewegungsunlust, Steifheit, Schmerzgrimassen
✓Manchmal leichtes Fieber
Achtung: Wenn Sie Hufrehe vermuten – ist eine sofortige Rücksprache mit dem Tierarzt entscheidend.
Vorbeugung:
Allmähliches Gewöhnen an die Weide, Einschränkung von energiereichem Futter, regelmäßige Hufkontrolle.

💧 2. Durchfall – ein Problem bei Futterumstellung
Frühlingsgras ist sehr zuckerreich, was verursachen kann:
✓Plötzlichen Durchfall
✓Verdauungsstörungen
✓Koliken
Was tun?
✓In den ersten 2 Wochen das Pferd nur kurz weiden lassen (15–30 Minuten täglich).
✓Probiotika und Faserzusätze in die Ernährung einführen.
🦟 3. Allergien und Juckreiz – Saison für Insekten und Staub
Im Frühling steigt:
✓Die Pollenbelastung
✓Der Kontakt mit Staub von Heu und Stroh
✓Die Anwesenheit von Insekten
Das kann führen zu:
✓Nesselsucht
✓Kratzen an Mähne und Schweif (sogenannter sweet itch)
✓Husten und Atemnot (RAO)
Wie vorbeugen?
– Verwendung von Fliegendecken
– Regelmäßiges Waschen von Mähne und Schweif
– Einsatz von antiallergischen und juckreizstillenden Mitteln
🐛 4. Parasiten – Zeit für die Entwurmung
Im Frühling ist das Pferd vermehrt aktiv gegenüber:
✓Spulwürmern
✓Magen-Darm-Würmern
✓Bandwürmern
Symptome:
✓Reiben mit dem Schweif (Spulwürmer)
✓Mattes Fell, Konditionsverlust trotz gutem Appetit
✓Wiederkehrender Durchfall, Koliken
✓Nervosität oder Verhaltensprobleme (besonders bei jüngeren Pferden)
✓Sichtbare Parasiten im Kot (seltener)
Es wird empfohlen Kotuntersuchungen durchzuführen und die Entwurmung an die tatsächliche Parasitenbelastung anzupassen – nicht blind entwurmen!

🌧 5. Mauke und andere Hautkrankheiten
Feuchter Boden + Schlamm = ideale Bedingungen für Bakterien und Pilze.
Häufigste Probleme:
✓Mauke – entzündliche Veränderungen an den Fesseln, manchmal eitrig
✓Schuppen, Ekzeme – Hautschuppung
Symptome der Mauke:
✓Krusten und Rötungen im unteren Beinbereich (meist hintere Fesseln)
✓Berührungsempfindlichkeit, manchmal Schwellungen
✓Feuchte, nässende Wunden
✓In fortgeschrittenen Fällen: Schmerzhaftigkeit und Lahmheit, unangenehmer Geruch
Symptome von Schuppen/Ekzem:
✓Hautschuppung (Hals, Widerrist, Kruppe)
✓Juckreiz, Kratzen des Pferdes
✓Hautveränderungen unterschiedlicher Ausprägung, manchmal Haarausfall
Achtung: Vernachlässigte Mauke kann zu schweren Infektionen führen – frühzeitiges Handeln ist wichtig.
Achten Sie auf:
✓Trockene Beine
✓Reinigung nach jedem Ritt
✓Schützende und trocknende Salben
🐴 6. Muskelrehe (Rhabdomyolyse-Typ)
Was ist das?
Muskelrehe, auch bekannt als Muskelsteifigkeitssyndrom oder Rhabdomyolyse, ist ein Zustand, bei dem es zu Schäden an der Skelettmuskulatur und zur Freisetzung ihrer Bestandteile in den Blutkreislauf kommt. Es kann bei Pferden auftreten, die übermäßig belastet oder gestresst sind, besonders im Frühling, wenn die Tiere nach der Winterpause wieder arbeiten.
Symptome:
✓Muskelsteifheit, besonders im Bereich des Rückens und der Beine
✓Schmerzempfindlichkeit bei Berührung, das Pferd kann sich weigern, den Stall zu betreten oder aufzusteigen
✓Schwitzen, unangemessen zur Umgebungstemperatur
✓Übermäßige Muskelspannung – das Pferd bewegt sich „steif“ und mühsam
✓Erhöhte Körpertemperatur
✓Dunkler, rötlicher Urin (verursacht durch Muskelschäden) – ein sehr besorgniserregendes Symptom
Risikofaktoren:
✓Zu intensive Belastung nach Ruhephase
✓Ungeeignete Ernährung (Mangel an wichtigen Mineralien, darunter Magnesium und Kalium)
✓Wetter- und Temperaturwechsel, besonders wenn das Pferd nicht an wechselnde Bedingungen gewöhnt ist (z. B. nach langer Pause)
✓Übermüdung (Arbeit bei hohen Temperaturen, Stress)